In seinem neuen Roman geht Frank Goosen in die Kneipe. Genauer gesagt ins âHaus Himmelreichâ, die alte Eckkneipe, in der sich Geschichten und Schicksale kreuzen: Da ist das Tresencockpit mit dem Käptân, dem Langen und Willi Trommer, Typen, die schon seit Urzeiten hier sitzen. Da sind Gisela, die Kunstzapferin, die Wacholder-Anni mit Gottes Werkzeugkasten, Faris, der Comedian, Harry, der alte Sozialdemokrat, Carlo, der aussieht wie Cat Stevens oder auch die Gräfin, die die ganze Welt gesehen hat, aber manchmal in einem alten Song lebt. Vor allem aber ist da Rita Urbaniak, Lovely Rita, die Wirtin, die eigentlich mal was ganz anderes machen wollte, der aber dann das Leben dazwischen kam. Und ihre Schwester Chris, im Krieg geboren, die immer in der ganzen Welt unterwegs war, auf der Suche nach dem, was man so leichthin das Glück nennt. Zwischen Herrengedeck und Weibergruppe wird vor dem Antrinken geerdet, es heiÃt zahlen und freundlich sein, und zwei Sechsen auch im zweiten Wurf zu einer Eins umdrehen, das geht beim Knobeln nur am Gründonnerstag.
In âLovely Ritaâ erzählt Frank Goosen gewohnt humorvoll und warmherzig über ein aussterbendes Biotop, die Kneipe. Und ist es nicht absurd, dass die Schaumkrone auf einem Pils âBlumeâ heiÃt, das Glas aber âTulpe?â